Die Camargue befindet sich im Süden Frankreichs zwischen Languedoc und Provence. Eingeschlossen zwischen Rhône-Delta und Mittelmeer bietet die Camargue, von der ein Großteil von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist, Naturliebhabern, Sonnenanbetern und Städtetouristen alles in einem Paket.
Die Camargue im Süden Frankreichs - weiße Pferde, Flamingos & das Gefühl unendlicher Weite
Hierzulande kennt man die Camargue besonders für die weißen Pferde, rosafarbenen Flamingos und schwarzen Stiere, die mit der einzigartigen Landschaft förmlich zu verschmelzen scheinen. Urwüchsige Sümpfe, riesige Salzgärten, überschwemmte Reisfelder, urbares Weideland und weitläufige Sanddünen gehen in der Camargue eine schillernde Symbiose ein. Ein Naturreiseziel, das man mit der ganzen Familie entdecken kann - und das Groß und Klein gleichermaßen begeistern wird.
Wie ist die Camargue entstanden?
Die Camargue entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte durch den Einfluss des Menschen. Schon in der Antike wurde das fruchtbare Rhônedelta für den Ackerbau genutzt, im Mittelalter intensivierte sich die Bewirtschaftung durch Klöster. Man begann, die Flussarme des Rhône aufzustauen und rodete einige Waldflächen, um mehr Anbaufläche zu gewinnen. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Camargue schließlich nach dem Bau des Seedammes, der das Eindringen des Meeres verhinderte sowie durch die stärkere landwirtschaftliche Nutzung nach dem zweiten Weltkrieg.
Regionaler Naturpark Camargue: umschlossen vom Rhône-Delta
Frankreichs regionale Naturparks sind immer eine Reise wert! Der regionale Naturpark Camargue umfasst insbesondere den Bereich des Mündungsdeltas des Flusses Rhône, genauer gesagt hauptsächlich die Gegend zwischen Petit Rhône und Grand Rhône. Die Landschaft der gesamten Camargue ist allgemein eher dünn besiedelt, im Naturpark herrscht jedoch über die Hälfte unberührte Naturlandschaft vor. In der Mitte der Camargue sowie zum Süden, also zur Mittelmeerküste hin, dominieren Lagunen das Landschaftsbild. Die größte dieser Lagunen ist der Étang de Vaccarès. Dieser salzige Strandsee ist die Heimat der berühmten rosafarbenen Flamingos und ein äußerst flaches Gewässer (meist zwischen 50cm und 2m Tiefe).
Die Strände der Camargue
Naturliebhaber und Sonnenhungrige kommen in der Camargue voll auf ihre Kosten. Die Küste der Camargue reicht von Port-Saint-Louis-du-Rhône im Osten an der Mündung des Hauptarms der Rhone bis nach Saintes-Maries-de-la-Mer im Westen an die Mündung des Petit Rhône.
Der westliche Abschnitt zwischen Le Grau-du-Roi und Saintes-Maries-de-la-Mer ist touristisch am stärksten erschlossen. Die Strände hier sind besonders familienfreundlich und leicht zu erreichen. Die breiten, feinsandigen und seicht abfallenden Strände in diesem Teil der Camargue lassen Kinderherzen höher schlagen, während ihre Eltern sich entspannen können. Aktivurlauber lieben den Strand von Beauduc, der ganz besonders bei Kitesurfern mit seinen tollen Windbedingungen punktet. Naturfreunde schätzen den Strand von Maguelone mit seinen ursprünglichen Dünenlandschaften. Dieser naturbelassene Strand eignet sich auch wunderbar für die Beobachtung der rosa Flamingos! Port Camargue wiederum gilt als einer der größten Yachthäfen Europas und verfügt demnach über ein größeres Angebot an Gastronomiebetrieben und Einkaufsmöglichkeiten - für all jene, die es gern etwas trubeliger mögen, eine perfekte Option. Der Sandstrand von Espiguette ist der längste Strand der französischen Mittelmeerküste mit sagenhaften 18km Länge! Hier haben Sie auch immer wieder gute Chancen, die weißen Camargue Pferde am Strand zu beobachten.
Camargue - Sehenswürdigkeiten, die Sie nicht verpassen sollten
Die Camargue lässt sich entweder gemächlich mit dem Schiff, stilvoll auf einem weißen Camargue-Pferd, entspannt zu Fuß oder schwungvoll mit dem Mountainbike erkunden. Der Raddampfer Tiki III fährt von Le Grau d’Orgon auf der Petit Rhône bis zur Fähre Bac du sauvage und erschließt dem interessierten Besucher somit Gebiete, die über Land nicht zu erreichen wären. Etwa 10 km von Arles entfernt auf der D570 in Richtung Saintes-Marie-de-la-Mer lohnt sich ein Zwischenstopp im Musée de la Camargue im Mas du Pont de Rousty.
Das beschauliche Arbeiterdorf Salin-de-Giraud am Ufer der Grand-Rhône ist vor allem aufgrund seiner Aussichtsplattform auf einem der Salzberge im Süden einen Besuch wert. Hier kann man das schillernde Farbenspiel in den von Meerwasser überfluteten Salzbecken mit ihren weißen Salzrändern beobachten.
Ob Sie nun im Parc ornithologique, dem großen Vogelpark unweit von Saintes-Maries-de-la-Mer, oder am Weiher von Fangassier hunderte von Flamingos auf der Suche nach Salinenkrebsen beobachten, einen erholsamen Spaziergang durch die Sumpflandschaft von Cougourlier wagen, eine atemberaubende Course camarguaise in den Straßen von Le Grau du Roi mitverfolgen oder aber ihren Gaumen im Hafenstädtchen Aigues-Mortes von Crème brulée mit Feigensirup oder dem typischen süßen Hefekuchen Fougasse d’Aigues-Mortes verwöhnen lassen – die Camargue bietet reichlich Facettenreichtum für jedermann!

Arles - Tor zur Camargue
Eine Entdeckungstour durch die einen mystischen Zauber versprühende Camargue beginnt man am besten in der von römischen Einflüssen geprägten Stadt Arles, die man gut und gern als "Tor zur Camargue" bezeichnen könnte. Arles ist seit 1981 Weltkulturerbe der UNESCO. Im historischen Stadtzentrum zieht vor allem Les Arènes als monumentales Amphitheater alle Besucherblicke auf sich. Neben zahlreichen Schauspielen, Konzerten und Gladiatorenkämpfen kann man von den Rängen der Freilichtbühne auch die für Südfrankreich typischen Courses camarguaises (Stierrennen) erleben. Bei dieser Form des "Stierkampfes" steht, im Gegensatz zum klassischen Stierkampf nicht die Tötung des Stiers im Vordergrund - diese ist im Gegenteil überhaupt nicht erwünscht. Vielmehr treten acht junge Männer gegen den Stier an, mit dem Ziel, farbige, an seinem Rücken befestigte Quasten, zu ergattern. Das Team gliedert sich dabei in die "tourneurs" (Ablenker) und die "raseteurs" (Abstreifer), wobei den raseteurs die Aufgabe zukommt, dem Stier die Quasten "abzustreifen". Für das Erringen der begehrten Trophäe erhalten die Wettkämpfer von lokalen Sponsoren organisierte Preisgelder. Ein einmaliges Schauspiel mit Nervenkitzel, das in der lokalen Folklore nach wie vor tief verwurzelt ist. Eine Terminübersicht zu allen Courses camarguaises gibt es auf der Webseite des Verbands der Courses Camarguaises.
Was ist die Hauptstadt der Camargue?
Die größten Orte der Camargue sind Aigues-Mortes, Le Grau-du-Roi mit dem Stadtteil Port Camargue und Saintes-Maries-de-la-Mer. Das bezaubernde ehemalige Fischerdorf Saintes-Maries-de-la-Mer gilt als "Hauptstadt der Camargue" und bietet vor allem kilometerlange flache Sandstrände, die nicht nur zum Baden und Segeln im kristallklaren und milden Wasser des Mittelmeers einladen, sondern auch Reitsportfreunden unvergessliche Ausritte bei Sonnenuntergang ermöglichen. Schon der berühmte Maler Vincent van Gogh bereiste einst die Gegend und hielt die ursprüngliche, einfache Schönheit von Saintes-Maries-de-la-Mer in seinen Gemälden fest. Einen herrlichen Panoramablick über das Meer, die Arena und die pittoresken Bauten hat man vom Dach der Kirche Notre-Dame-de-la-Mer.
Spezialitäten der Camargue: Reis, Fleur de Sel & mehr
Auf dem Wochenmarkt am Place de Gitans in Saintes-Maries-de-la-Mer findet man kulinarische Spezialitäten wie Stierwürste, Camargue-Reis, Kräuter der Provence und das aus den umliegenden Salinen gewonnene Fleur de Sel.
Urlaub in der Camargue: wann ist die beste Reisezeit für die Camargue?
Möchten Sie einen Bogen um die unzähligen Stechmücken und Strandtouristen machen, so sind die Monate April bis Juni und September bis November die ideale Reisezeit. Die Sommermonate Juli und August mit Durchschnittstemperaturen von bis zu 30°C sind vor allem für ausgiebige Strandbesuche zum Beispiel am Plage de l’Espiguette, Europas längstem Strand, zu empfehlen.
Und so erreichen Sie die Camargue
Die Camargue bereisen Sie idealerweise mit eigenem Auto oder Wohnmobil, denn nur so profitieren Sie auch von den abgelegensten Juwelen dieser bezaubernden Landschaft. Alternativ bietet sich die Anreise mit dem Zug an: Nutzen Sie die neuen TGV-/ICE-Verbindungen nach Paris von München, Stuttgart oder Frankfurt aus. Anschließend planen Sie noch 4-5 h für die Fahrt von Paris nach Arles ein. In Arles angekommen, können Sie für Ihren weiteren Reiseverlauf einen Mietwagen vor Ort buchen.

Von Redaktion
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